Abstract
Steine bilden im Schwitzhüttenritual die Grundlage für die schamanische Reise, eine fiktionale Erfahrung. Mit der Einführung des Begriffs Plastiglomerat, für die Steinbildung durch Vermischung von natürlichen und anthropogenen Bestandteilen, bringt sich menschliche Erfahrung, als materialisierte Erinnerung in Plastik, als geologische Struktur selbst in die Konstitution von erfahrbarer Realität ein. Plastik oszilliert so zwischen Träger formloser Potentialität und konkreter Überresten vergangener Realitätsverhältnisse. Kunststoff ermöglicht dabei das Schutzgebende und verhindert als eine abschliessende Membran zugleich, menschliche Erfahrung in unwirtlichen Konditionen.
Das Video ist Teil einer Installation, in der die Ambiguität des Formbildenden und Formlosen und deren Vergegenwärtigung verhandelt wird.