Abstract
Drei verschiedene Fragmente elektronischer Bildmedien, als Endlosschlaufen konzipiert mit unterschiedlicher Spieldauer und Rythmisierung der Bildabfolge von 1s Intervallen pro Bild, zu dem geläufigen Format von 25 Bilder pro Sekunde auf Video und letztlich im .gif-Format eine hypnotische Bildabfolge deren Inhalt mit dem blossen Bewusstsein des/der Betrachters/-in nicht mehr gänzlich identifizierbar wird, wo jedoch Bildzusammenhänge erschlossen werden können, die womöglich die Imagination ansprechen und eigene "unbewusste" Themeninhalte als Projektionsfläche zulassen. Allen drei Formaten gemeinsam ist der künstlerische Eingriff in das ursprüngliche Bildmaterial, mit zum Teil starken visuellen Verfremdungen, die keine Rückschlüsse mehr zulassen auf Ort und Begebenheit sowie Herkunft der Aufnahmen. Diese Anonymität, das Sichtbar machen ohne direkt identifizierbare Inhalte auszuweisen, ist beabsichtigt. Die Referenz der Bilder ist dann auch weniger ein ästhetischer Diskurs (der Photographie) beispielsweise geschuldet, sondern vielmehr Begebenheiten des Internets und deren Subjektivierungstechniken. Ein gemeinsam ästhetischer Referent dieser drei Fragmenten, die als Installation gezeigt würden, ist demnach nicht nur ein Film wie Tony Conrad's "Flickr", auch wenn man das gerne als Einfluss verstehen darf, sondern das 1x1 Pixel Bild das Hacker gerne aufgrund der schieren "Übersehbarkeit" einsetzen (es existiert ist aber von blossem Auge manchmal auf trügerische Weise fast nicht zu erkennen) und dazu verwenden sich Zugang in fremde Systeme zu verschaffen. Ungefähr so stelle ich mir vor, kann man bildliche Inhalte mittels Programmierung direkt an der "Zensur" unseres Bewusstseins vorbeischmuggeln.