Abstract
"Auf den Spuren der Rolies" ist ein Dokumentarfilm über das Phänomen der Rolies, eine imaginierte Subkultur der Zukunft.
Die Rolies, eine Art Extremsportler der Zukunft, begeben sich in die „Alte Welt“ (ein historisch informiertes, rekonstruiertes Heute), die uns bekannte physische Realität. Hier kann für sie neuerdings nichts mehr rückgängig gemacht werden, weder der physische Verlust eines Fingers noch eine getane Handlung oder Aussage, die sich unwiderruflich durch das Reagieren der Mitmenschen auf die eigene Identität einschreibt. Dieses Unwiderrufliche, das uns heute selbstverständlich erscheint, ist für die Rolies eine gesuchte Herausforderung.
Durch das fortwährende Zusammenleben bestimmter Menschen an einem bestimmten Ort, werden (verzerrte) soziale Wirkungsgeflechte unter die Lupe genommen: So teilen sich die Rolies aus historischen Zeiten entlehnte klare Rollen mit gewissen sozialen Aufgaben zu, durch die hindurch sie nicht nur ein wohliges Gefüge sondern auch sich selber konstruieren, und auf das Handeln anderer einwirken können. Ein Spiel mit Macht und Identität und der konstanten Möglichkeit, in jedem Moment die Rolle zu wechseln. Die Rolies verhandeln in einer Art Rückkoppelung heutige menschliche Verhaltensweisen aus einer zukünftigen Sicht, und legen optimistische Zukunftsvisionen auf den Tisch, in welchen gegenwärtige Probleme gelöst wurden und arbeiten überfüssig geworden ist.