Additional
Dieses Video von Andrea Vogel ist beunruhigend. Die nackte Künstlerin, bedeckt und umgeben von Mehl, liegt am Boden. Sie wird allmählich aufstehen. Die Kamera schaut dabei von oben aus einem hohen Winkel auf sie herab. Diese langsame Aufnahme findet in «Stop-Motion» oder Überblendungen statt und spielt mit Schärfe und Unschärfe. Bilder des Körpers und seiner Spur in zeitlosem Schwarz-Weiss. Mehrdeutiges Oszillieren zwischen Entkörperlichung und Körperlichkeit. Die gefilmte Performance entstand in der ehemaligen Bäckerei der Eltern der Künstlerin in Oberdiessbach (Projekt Universum, mit Olivia Notaro, 2018). An diesem Ort ihrer Kindheit «erlebt» Andrea Vogel ihre «Geburt, nackt als Tochter eines Bäckers im Mehlstaub». Hier hinterfragt sie umso mehr die Erfahrung, die Dauer und die Vergänglichkeit des Lebens, denn ihr Titel Auferstäubung ist ein Zusammenzug zwischen «Auferstehung» und «Entstauben». Die Vergangenheit mit dieser Rückkehr zur Geburt entstauben? Wiederauferstehung neu interpretiert? Konkreter und metaphorischer Staub?
Valentine Reymond, Leiterin, Musée jurassien des Arts, Moutier
Remark
60sec Ausschnitt von Videoarbeit Auferstäubung 2018, 5min.Loop