Im Frühling 2020 kommt alles anders. Die Covid 19-Pandemie zwingt die Menschen weltweit zum Rückzug, legt das öffentliche Leben streckenweise lahm, schränkt soziale und berufliche Spielräume ein. Auch die Künstlerin kann ihren Auslandaufenthalt nicht wie geplant durchführen. Sie bleibt in der Schweiz und reagiert gelenk, indem sie den alten Plan in sein Gegenteil verkehrt. Kurzerhand ernennt sie ihre Wohnung zum Atelier. Die Suche in der Fremde weicht der Auseinandersetzung mit dem Bekannten, der eigenen Innenwelt, den persönlichen Gedanken, Wünschen, Plänen und Konflikten. Dabei tritt sie mit ihrem Heim und den darin befindlichen Dingen in einen engen Dialog. Zukunftsfragen, wie sie das Kollektiv in dieser unsicheren Zeit umtreiben, werden wach, ebenso wie Gedankengänge zur eigenen Person und Kunstpraxis. So stellt sie sich etwa der Frage, was passiert, wenn der Einfluss von aussen entfällt. Was geht, was bleibt, was kommt?