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Falter, hellwach

Meine Zeichnungen sind Ideenskizzen meines eigenen Denkprozesses. Dieser vollzieht sich, wie es von Deleuze/Guattari mit dem Begriff des «Rhizoms» umschrieben wurde, nicht linear, sondern auf unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig und bildet dadurch eine Vielzahl von Denkräumen. Die Zeichnungen, und auch dies haben sie mit dem Denken gemeinsam, manifestieren sich im Übergang. Sie bewegen sich in einem provisorischen Grenzbereich, es sind Passagenwerke im wörtlichen Sinn. Was geschieht mit dem Anfang und dem Ende, dem Vorne und dem Hinten, wenn ich einen bestimmten Weg gehe? Öffnen sich dann neue Bereiche innerhalb dieser sorgfältig konstruierten Situationen? Meine Gedanken bilden laufend Synapsen, welche in der Qualität von durchlässigen Membranen die Wände meiner Denkräume bilden.
Beim Arbeiten an und in diesen Räumen interessieren mich vor allem die Prozesse, die sich an ihrer Peripherie abspielen. Dazu gehört das rasche und unmittelbare Arbeiten genauso wie das bedachte Abstandnehmen, um aus einer neuen Perspektive die inneren Gesetzmässigkeiten der einzelnen Schichten zu erkennen. Innerhalb dieses Erkenntnisprozesses bleibt die wiederkehrende Konstante, alles wieder aufzulösen und das konkret Fassbare in eine neue Hypothese zu verwandeln. Denn nur so ergeben sich mir neue Möglichkeiten zwischen dem Eindeutigen und dem Experimentellen. Mit meinen Zeichnungen auf den ephemeren und beweglichen Textilien kann ich flexibel in den Raum eingreifen und ihn um neue Aspekte erweitern.
Basel, 2019
Foto: Christian Knörr